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Margaret Thatcher nutzte die Erkenntnisse des historischen Materialismus, um die Welt zu verändern. Die Linke frönt seither dem Idealismus und wundert sich über ihre Niederlagen.

sudelbuch.de/2022/06/21/die-gr

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Ich könnte diesen Thread nun endlos weiterführen. In Frankreich erweist sich wieder einmal, dass die Linke ihren historischen Materialismus nicht verstanden hat und statt dessen lieber idealistische Politik betreibt.

nd-aktuell.de/artikel/1164730.

Im Nachgang noch ein ungeprüfter Gedanke. Wir haben den Brexit immer als rechtes Projekt wahrgenommen, obwohl Corbyn auch dafür war. E

Die EU ist ein mächtiger Stabilisator für neoliberale Strukturen. Großbritannien ist durch den Austritt zwar nicht zu einer wirtschaftspolitischen Insel geworden, aber ein Stabilisator ist weg.

Und dann fangen die Bahnarbeiter an, den größten Streik seit Jahrzehnten zu organisieren...

@juh@hostsharing.coop das Problem der Linken ist also nicht die Linke, sondern die Bevölkerung selbst.

@don Insofern, dass der Neoliberalismus die Wertvorstellungen verändert hat, ja. Das Problem der Linke ist, dass sie dem ökonomischen Feld ausweicht und stattdessen lieber idealistische Identitätspolitik betreibt. Oder sie versucht, wieder idealistisch aufs Bewusstsein einzuwirken und die Wertvorstellungen zu ändern. Als hätte es die materialistische Philosophie nie gegeben.

@juh@hostsharing.coop den linken Kräften steht nach so langer Zeit des Neoliberalismus nicht mehr das Potenzial zur Verfügung um den Narrativ ernsthaft verändern zu können, weil es der Mehrheit der Bevölkerung immer noch zu gut geht. Wenn sie das wegen dem Klimawandel geändert hat, ist es aber leider zu spät für das was wir alles jetzt schon angehen müssten.

@don Es geht nicht um ein Narrativ, das ist ja der idealistische Irrtum. Es geht um die Macht, die Veränderung ökonomischer Strukturen, erst die Veränderung des Ökonomie verändert das Narrativ. Und um an die Macht zu kommen, braucht es Einheit. Womit wir bei Monty Python und der judäischen Volksfront wären.

@juh Wie willst du ohne Bildung, kulturelle Hegemonie, kulturelle Offenheit, ohne Diskussionen und Konsens sicherstellen, dass die Revolution nicht nach hinten, also, nach rechts losgeht? Das Risiko ist schon wieder fast so hoch wie am Anfang des letzten Jahrhunderts, dass jede Destabilisierung vom Kapital für mehr Überwachung und Repression und von den Faschisten für ihren Griff nach der Macht genutzt würde. Die Rechten sind kampfbereit und horten bereits Waffen. @don

@mupan @don Schau dir an, was Thatcher & Co. gemacht haben. Die Ökonomie ist das entscheidende Feld. Hier muss man ansetzen und zwar so, dass gegen das Kapital ökonomische Macht aufgebaut wird. Stichwort Keimzelle in Blogartikel. Gewerkschaftlicher Kampf ist eine weitere Möglichkeit. Wirkungsvoller ist es natürlich, politische Macht zu nutzen, um ökonomische Veränderungen herbeizuführen. Dazu muss man aber wohl mindestens so raffiniert wie Thatcher sein.

@juh Du wiederholst dich, ich wiederhole mich auch: Das ist in der Theorie richtig, aber es geht schief, wenn es jetzt rein mit ökonomischer und politischer Macht probiert würde. Gewerkschaften sind ein gutes Stichwort. Gewerkschaften sind handzahm, das Feind-umarmen-Prinzip hat gut funktioniert. Und sie kämpfen, als Spiegel der Gesellschaft, mit Faschist.inn.en in ihren Reihen. @don

@mupan@digitalcourage.social
eigentlich bleiben uns nur noch Gewerkschaften und Genossenschaften, aber viel Zeit bleibt uns nicht mehr.

Energiegenossenschaften gibt es mittlerweile einige, aber es machen viel zu wenige mit.


@juh@hostsharing.coop

@mupan @don also "rein mit ökonomischer und politischer Macht" ist schwer übertrieben. Mir würde ein "mehr" oder ein "überhaupt" reichen.

Was die Gewerkschaften angeht, gebe ich dir einerseits recht. Man kann sich aber auch aus der Umarmung wieder frei machen. Und was die Faschisten angeht, müsste man über das idealistische Reinheitsgebot diskutieren. Gibt man Gewerkschaften jetzt auf, weil da auch Faschisten drin sind? Dann hat es der Feind ja sehr leicht.

@juh Meinst du das, was ich lese: Solange es gegen das Kapital geht, ist es egal, ob und wie viel Macht Faschist.inn.en in Gewerkschaften (und anderswo) haben? »Gibt man Gewerkschaften jetzt auf, weil da auch Faschisten drin sind? Dann hat es der Feind ja sehr leicht.« Das verstehe ich nicht. Kapital und Faschismus sind gute Freunde. Was für einen Sinn haben Organisation und Self-Empowerment einer Klasse, wenn Hörige einer anderen Klasse darin relevante Macht haben? Solange sie nur dumme Sprüche machen, okay, aber eine Zusammenarbeit wäre Kamikaze.
@don

@mupan @don Dann muss man die Macht in den Gewerkschaften oder x-beliebig anderen Organisationen zurückerobern. Organisationen zu verlassen, die Spuren von Faschismus oder XY enthalten, führt zu Desorganisation und Spaltung. Eine linke Tradition, über die sich die Rechten und das Kapital köstlich amüsieren.

@juh Ich würde mir andere Gewerkschaften wünschen, aber es sind nu mal die*. Ich rede nicht von Verlassen. Nach wie vor geht es darum, wie riskant und wie ratsam es ist, ohne kulturellen Prozess / Befreiung von kapitalistischer gesamtkultureller Hegemonie den Klassen-Machtkampf z.B. durch Generalstreiks / politische Streiks zu eskalieren, zumal bei der aktuellen Stärke und Bewegungsfreiheit von Kapital und Rechten.

Ich rede auch nicht von Schwanz-Einziehen in der täglichen Auseinandersetzung.

*Irgendwann mach ich mir den Spaß und dichte Tucholskys auf der buchstäblichen Ebene eh unerträgliches Lied vom Kompromiss um.

@don

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